Hirschhorn, Neusilber, eine Klingenform mit Geschichte: Das Puma Hunters Companion ist Tradition zum Anfassen — mit einer Ergonomie-Frage, die vor dem Kauf in die eigene Hand gehört.

Puma Hunters Companion Jagdmesser
Puma Hunters Companion: schlanke 440C-Klinge, Hirschhorngriff mit Neusilber-Backen — Neuauflage eines Klassikers nach Jäger-Umfrage.
🦌 Der Traditions-Klassiker
Puma Hunters Companion
Redaktionelle Einordnung
Klinge
107 mm, schlanke Form
Stahl
440C, 57–60 HRC
Gewicht
185 g
Preis
ca. 200 €
Vorteile
  • Schärfe, Schnitthaltigkeit und Verarbeitung haben im JÄGER-Test „absolut überzeugt"
  • Schlanke, kompakte Klingenform erleichtert das Ringeln erheblich
  • Hirschhorngriff mit Neusilber-Backen: guter Halt, jedes Messer ein Unikat
  • Konzept aus einer Umfrage unter Jägern und Outdoor-Begeisterten entwickelt
  • Robuste Sattelleder-Scheide
Nachteile
  • Niedriges Parierelement plus Daumenauflage: Finger rutschen laut JÄGER-Test spürbar Richtung Klinge
  • Handhaltung am kleinen Finger für Jäger mit großen Händen eher unangenehm
  • 440C schneidet bei der Schnitthaltigkeit eine Klasse unter N690 ab — solide, aber nicht Spitze

Ein Klassiker, vom Kunden mitentworfen

Puma aus Solingen gehört zu den Namen, die jeder Jäger kennt — der White Hunter des Hauses ist seit den 1950ern eine Legende. Mit dem Hunters Companion legt Puma nun einen Klassiker neu auf, und zwar auf ungewöhnlichem Weg: Das Messer ist das Ergebnis einer Umfrage unter Jägern und Outdoor-Begeisterten. Herausgekommen ist ein Messer ohne klassische Parierstange, dafür mit geschwungener Griffform, die guten Grip und eine saubere Schnittführung beim Aufbrechen gewährleisten soll — im Griff Hirschhorn mit Backen aus Neusilber.

Klinge: schlank wie der Habicht

Die 107-mm-Klinge ist sehr schlank und kompakt gehalten — Puma orientiert sich hier an der Klingenform des hauseigenen Habicht. Der praktische Nutzen zeigte sich Im Praxistest des JÄGER-Magazins (Ausgabe 08/2025): Die schlanke Form erleichtert das Ringeln erheblich, also das kreisförmige Ausschneiden des Waidlochs. Gefertigt ist die Klinge aus 440C mit 57–60 HRC — ein bewährter, rostträger Klassiker unter den Messerstählen, der sich gut schärfen lässt. In der reinen Schnitthaltigkeit liegt er eine Stufe unter dem N690 der Konkurrenz; im Test überzeugten Schärfe und Schnitthaltigkeit dennoch absolut.

Der ehrliche Befund: die Ergonomie-Frage

Hier trennt sich Tradition von Perfektion. Im Praxistest des JÄGER-Magazins (Ausgabe 08/2025) störte das niedrige Parierelement in Verbindung mit der ergonomischen Daumenauflage: Man rutsche mit den verbleibenden Fingern deutlich Richtung Klinge, zudem sei die Handhaltung am kleinen Finger für Jäger mit großen Händen eher unangenehm. Das ist kein Ausschlusskriterium — Schärfe, Schnitthaltigkeit und Verarbeitung überzeugten die Tester ausdrücklich —, aber es ist der Grund, warum das Companion mit 56 Punkten hinter Otter und Merkel landete. Wer kleine bis mittlere Hände hat, wird das Problem deutlich weniger spüren als der Zwei-Meter-Mann mit Pranken.

Hirschhorn: Material mit Seele und Eigenheiten

Hirschhorn ist der emotionale Kern dieses Messers: warm in der Hand, griffig durch die natürliche Struktur, und kein Griff gleicht dem anderen. Es ist aber auch ein Naturmaterial mit Ansprüchen — die Rillen wollen nach der roten Arbeit sorgfältig ausgebürstet werden, und dauerhaft nasses Lagern bekommt dem Horn nicht. Die mitgelieferte Scheide aus Sattelleder passt zum Anspruch: robust, sauber vernäht, klassisch.

Fazit: fürs Herz, mit offenen Augen gekauft

Das Puma Hunters Companion ist das Messer für Jäger, denen Tradition und Materialanmutung etwas wert sind — Solinger Fertigung, Hirschhorn, Neusilber, eine Klingenform mit Geschichte. Die Ergonomie-Kritik aus dem JÄGER-Test sollte man ernst nehmen und das Messer vor dem Kauf idealerweise in die eigene Hand nehmen: Passt die Griffgröße, bekommt man hier viel Charakter für rund 200 Euro. Passt sie nicht, ist der Otter Sperber die ergonomisch rundere (und teurere) Alternative.

Alternativen im Vergleich: Ergonomisch runder: der Otter Sperber-Jagdnicker (Testsieger). Gleiche Preisklasse, Holz statt Horn: das Parforce Ferox. Pragmatisch und robust: das Merkel Gear G10. Übersicht im Jagdmesser-Vergleich.

Häufige Fragen zum Hunters Companion

Was wurde am Puma Hunters Companion kritisiert?

Im JÄGER-Test 08/2025 störte das niedrige Parierelement in Verbindung mit der Daumenauflage: Die Finger rutschen spürbar Richtung Klinge, und die Handhaltung am kleinen Finger ist für Jäger mit großen Händen eher unangenehm. Schärfe, Schnitthaltigkeit und Verarbeitung überzeugten dagegen absolut.

Ist 440C-Stahl noch zeitgemäß?

440C ist ein bewährter, rostträger Klassiker mit guter Schärfbarkeit. In der Schnitthaltigkeit liegt er etwas unter modernen Stählen wie N690 — für den normalen jagdlichen Einsatz ist er aber vollkommen ausreichend.

Warum erleichtert die schlanke Klinge das Ringeln?

Beim Ringeln wird das Waidloch kreisförmig ausgeschnitten — eine enge, gekrümmte Schnittführung. Je schlanker und kompakter die Klinge, desto präziser lässt sich dieser Radius führen.

Wie pflege ich einen Hirschhorngriff?

Nach der roten Arbeit die Rillen sorgfältig mit Bürste und warmem Wasser reinigen, gründlich trocknen und das Horn nicht dauerhaft feucht lagern. Gelegentlich etwas neutrales Öl erhält die Oberfläche.